Berühmte Marken – und ihre Geschichte

Teil 2 - Apple
Der angebissene Apfel
Was verbinden Sie mit einem angebissenen Apfel? Vielleicht die biblische Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse oder das IT-Unternehmen, dessen Kunden sich angesichts der innovativen Produkte und des genialen Marketings zu einer Art von Jüngerschaft entwickelt haben.
Das weltbekannte Logo, das einen seitlich rechts angebissenen Apfel darstellt, wurde zum prägenden Markenzeichen der Computerfirma Apple. Wie aber kommt ein Technologieunternehmen zu solch einem fruchtigem Signet? Aus den Aussagen der Beteiligten lässt sich diese Legende zusammenfügen:
Einer der Gründer des Unternehmens, Steve Jobs, hatte in den 70ern eine alternative Lebensphase, in der er Frutarier war, sich also ausschließlich von Obst ernährte (und zudem gerne barfuß unterwegs war). Nachdem es mit der Namensfindung für das gemeinsame Startup-Unternehmen nicht so richtig voranging, schlug Jobs den „absurden“ Namen „Apple“ vor, verbunden mit einer Deadline für bessere Vorschläge und weitere Alternativen. Nachdem die anderen beteiligten Gründer jedoch keine Ideen einreichten, blieb es einfach beim „Apfel“. Dass er damit im Telefonbuch vor seinem vorherigen Arbeitgeber Atari erschien, nahm Jobs dabei wohlwollend in Kauf.
Die erste grafische Entwicklung des zugehörigen Firmenlogos wurde Designer Ron Wayne übertragen. Wayne war neben Jobs und Steve Wozniak der Dritte im Bunde und hielt 10 % der Unternehmensanteile. Von ihm stammt auch der Gesellschaftervertrag für die Unternehmensgründung und das erste Benutzerhandbuch. So richtig glauben konnte er selbst aber nicht an den zukünftigen Erfolg, sodaß er bereits wenige Monate nach der Gründung seine Anteile an die beiden anderen verkaufte und damals dafür 800 $ erhielt (schon 1982 hätte sein Anteil den Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar gehabt und heute wohl noch einmal das Zehnfache davon).
Sein entworfenes Logo zeigte Isaac Newton, lesend unter einem Apfelbaum dargestellt. Am Baum hängt der Apfel, dessen Fall Newton zur Beschreibung der Gravitationsgesetze inspirierte. Im Stil eines klassischen Kupferstiches gestaltet, war diese Bildmarke nicht gerade optimal als prägnantes Logo geeignet.
Rob Janoff übernahm 1977 pro bono die Aufgabe, ein neues Logo für Apple zu entwickeln. Auf der Suche nach Inspiration holte er Äpfel aus dem Supermarkt, schnitt sie auf und starrte stundenlang auf die Früchte. Schließlich gestaltete er eine relativ simple Scherenschnittform eines Apfels mit einem herausgebissenem Stück. Dieser Biß, englisch „Byte“, war ein nettes Wortspiel zum Begriff „Byte“. Steve Jobs war begeistert, um das Markenzeichen aber „menschlicher“ zu machen, wollte er aber unbedingt Farben in dem Logo sehen, was man zu dieser Zeit gerne vermied, da Vierfarbdruck noch kostspielig war. Janoff fügte daraufhin die Farbstreifen zur Silhouette des Apfels hinzu. Obwohl sich einige Skeptiker sicher waren, dass das IT-Unternehmen mit so einem bunten Logo pleitegehen müsste, wurde das Logo zum erfolgreichen Klassiker und unverändert bis 1998 eingesetzt.
Mit der Markteinführung der bunten iMacs wurde das Firmenlogo von Apple wieder monochrom, jedoch in unterschiedlichen Farben dargestellt. Im aktuellen Corporate-Design wird die Variante, die den Look von gebürstetem Aluminium ähnelt, verwendet. Für Millionen von Apple-Usern ist die schlichte Frucht aber weit mehr: die Verheißung eines innovativen Vorsprungs an Erkenntnis.
Hinweis: Der Markenname Apple und die zugehörigen Markenzeichen sind geschütztes Eigentum von Apple Inc.
Die Geheimnisse erfolgreichen Logo-Designs – Teil 4

Differenzierung
Die Märkte sind heute grundsätzlich gesättigt und oft umkämpft. Verkäufer konkurrieren mit vielen Marktbeleitern um Aufmerksamkeit und Gunst der Kunden.
Heben Sie sich vom Rest ab, um diesen Wettbewerb zu bestehen. Nur wer einzigartig ist, wird wahrnehmbar. Sie sollten sich so positionieren, daß Sie profitable Nischen besetzen, oder gleich neue Kategorien schaffen. Dafür brauchen Sie ein einzigartiges Verkaufsversprechen, eine sogenannte USP (Unique Selling Proposition). Ihren potentiellen Kunden bieten Sie dabei einen besonderen Nutzen, der für diese Zielgruppe von hohem Wert ist und den kein Konkurrent bieten kann. Sollten Sie keine effektive USP anführen können, so obliegt es Ihrer Kreativität eine zu erfinden. Diese nennt man dann UAP (Unique Advertising Proposition).
Volvo beispielsweise positioniert sich im Automobilmarkt als Hersteller der sichersten Fahrzeuge. Jeep ist zum Synonym für Geländewagen geworden. Subway verspricht das frischeste und gesündeste Fast Food. Einlokaler Handwerker kann sich über Kundenbetreuung und Service von der Konkurrenz differenzieren oder er bietet die kürzesten Wartezeiten. Fitneßstudios können sich z. B. als Experten für Gesundheitssport definieren.
Vielen Pionierprodukten ist dies gelungen und sie sind mit einem sogenannten Begriffsmonopol belohnt worden. „Tempo“ etwa wird heute als Synonym für „Papiertaschentuch“ verwendet. Weitere Beispiele sind Tesa, Labello, Selters, Zewa, Polaroid, Uhu, Aspirin, oder Tetra Pak. Aber auch Dienstleistungen können diesen Status bei demVerbrauchern erlangen, so spricht man von „googeln“, wenn man im Internet mit Suchmaschinen nach Informationen zu bestimmten Stichworten sucht.
FedEx hat seinen Erfolg dem Umstand zu verdanken, daß es sich auf Dokumenten- und Paketsendungen, die „spätestens bis zum nächsten Morgen“ überbracht werden, konzentrierte. Damit hat das Unternehmen die Kategorie Expreß Versand für sich besetzt. Kleine Suchaufgabe: Finden Sie den Pfeil? Er ist dezent im Logo versteckt!
Wenn Sie eine neue Produkt- oder Dienstleistungskategorie kreieren, entwickeln Sie ein Logo, das möglichst gut zu dieser paßt! Damit verknüpfen Sie Ihrer Marke mit der Kategorie. In den meisten Fällen wird dies nicht der Fall sein. Sie werden in einen Markt eintreten, in dem es bereits Marktführer gibt. Dann ist es wichtiger sich von diesen abzuheben.
Wenn Sie der einzige Bäcker in der Stadt sind, sollten Sie bei der Gestaltung Ihres Logos eher Bezug zu Ihrer Tätigkeit herstellen. Ist der Markt an Backwaren aber bereits von vielen Konkurrenten besetzt, versuchen Sie sich abzuheben. Sie könnten sich als Spezialist für bestimmte Produkte, z. B. Brezen darstellen. Diesen USP sollten Sie dann auch in Ihrem Logo kommunizieren, wie es die Bäckerei Ditsch praktiziert.
Logo-Tipp:
Transportieren Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal (USP/UAP) über Ihr Logo! Sie können dafür auch einen Slogan bzw. eine Tagline (Untertitel) nutzen.
Im Idealfall besetzen Sie durch Ihre Positionierung gleich eine neue Kategorie.
Scrabble – oder wie mache ich aus ein paar Buchstaben eine Marke?
Manchmal lächelt man über Firmennamen, die einfach aus den Anfangsbuchstaben des Unternehmensgründers bestehen und zunächst von wenig Kreativität zeugen. Dass dies jedoch durchaus auch ein Erfolgsrezept sein kann, beweisen zahlreiche prominente Markenbeispiele.
Wie zum Beispiel die Marke „tesa“, die sich zugleich als Gattungsbegriff für das Produkt „Klebefilm“ etabliert hat. Als für den Klebestreifen (der ursprünglich ein Pflaster hätte werden sollen) ein Markenname gesucht wurde, griff man 1936 auf den bereits genutzten Namen „tesa“ zurück. Der wurde seit 1908 für eine Zahnpasta-Patent-Tube genutzt. Ursprünglich kreiert wurde „tesa“ von der Leiterin der internen Schreibstube der Firma Beiersdorf. Elsa Tesmer entnahm dazu je zwei Buchstaben aus Vor- und Nachnamen und schuf damit eine Marke, die heute, 100 Jahre später, in der Bevölkerung eine Bekanntheit von 98 % hat und sogar im renommierten Duden verzeichnet ist. Was für ein grandioser Erfolg!
Weitere bekannte Markennamen sind ebenfalls Buchstabenspiele, zum Beispiel:
AEG – Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
Agfa – AG für Anilinfabrikation
BASF – Badische Anilin- und Soda-Fabrik
Fiat – Fabbrica Italiana Automobili Torino
Hanuta – Haselnusstafel
HAPAG – Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft
Haribo – Hans Riegel, Bonn
MAN – Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg
tesa – Elsa Tesmer (Sekretärin bei Beiersdorf)
Unimog – Universalmotorgerät
Kennen Sie vielleicht weitere Erklärungen für Markennamen? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und Kommentare!





