Die Geheimnisse erfolgreichen Logo-Designs – Teil 7
7. Gestaltungsregeln
"Das Ganze ist stets mehr als die Summe seiner Teile."
Dieses berühmte Zitat von Aristoteles trifft auch auf Ihr Logo zu. Nachdem mit der Farb- und Schriftwahl zwei Komponenten herausgelöst diskutiert wurden, soll Ihnen dieses Kapitel einen kurzen Überblick über wichtige Gestaltungsregeln geben. Diese im Detail zu beherrschen ist Aufgabe des Designers und bedarf langjähriger Erfahrung.
Format & Proportionen
Bei der Wahl Ihres Formats sollten Sie berücksichtigen, was die Einsatzfelder Ihres Logos sein werden. Website, Visitenkarte und Briefkopf sind typische Verwendungsbereiche. Aber soll Ihr Logo Ihr Produkt oder Firmenfahrzeug schmücken, können speziellere Anforderungen an das Format entstehen. Grundsätzlich gilt:
Verwenden Sie kein extremes Format! Es sollte waagrecht sein und im Idealfall ca. zweimal so breit wie hoch. Radikale Formate schaffen Unverwechselbarkeit, aber auch jede Menge Layout-Probleme.
Das Problem eines vertikalen Logos: Zum Bsp. bei Zeitungs-anzeigen oder auf einer Sponsorenwand ist das Logo der amerika-nischen Fast Food Kette Arby’s nur relativ klein verwendbar, während letzteres Logo den gegebenen Platz optimal ausnutzt.
Die Komposition eines Logos entsteht u. a. durch Größe, Position und Kontrast der einzelnen Bestandteile. Grundsätzlich sollte eine Komposition harmonisch wirken, um beim Betrachter angenehme Empfindungen zu wecken. Allerdings sollen Logos vor allem eines: Auffallen. Vollständige Ordnung ist meist langweilig und wenig spannungsreich. Deshalb versucht man in der Gestaltung häufig nach der Ordnung wieder Störungen einzubauen, d. h. die Ordnung partiell zu durchbrechen, um visuelle Attraktionen zu erzeugen.
Die gezielte Störung einer Ordnung verursacht kleine visuelle Attraktionen. Ein lang gezogenes „A“ oder nur ein Punkt, wo man ihn nicht erwartet.
Bauen Sie inhaltlich motivierte Störungen in Ihr Logo ein! So schaffen Sie Aufmerksamkeit und einen sehr eleganten Bezug zu Ihrem Unternehmen.
Inhaltlich motivierte Irritationen: Die Dekabank deutet Kursgewinne an, Jacobs brüht Kaffee, Viessmann baut seine Heizungskörper in sein Logo ein und Beates „ea“ spielt auf die „69“ an.
Gesetz der Geschlossenheit
Bei der menschlichen Wahrnehmung werden bevorzugt geschlossene, sinnhaltige Formen wahrgenommen, insbesondere geometrische Grundformen. Dieser Tendenz folgend werden unterbrochene Konturlinien zu einer geschlossenen Form ergänzt. Übertreiben Sie es mit diesem Effekt jedoch nicht, der Betrachter darf das „versteckte“ Bild nicht erst nach fünf Minuten Suche entdecken.
Hätten Sie alle erkannt? WWF’s Panda Bär ist einfach zu erkennen. Den Fisch erkennt man auch noch relativ schnell. Beim Papagei im Logo des Robinson Clubs kann es passieren, dass man durchaus zweimal hinschauen muss.
Wählen Sie für Ihr Logo ein einfaches, klares Design mit wenigen aber prägnanten Details!
Gesetz der Nähe
Das Gesetz der Nähe besagt, dass mehrere gleichartige Formen als Einheit wahrgenommen werden.
Aus Punkten bzw. einfachen geometrischen Formen werden Schmetterlinge, Schildkröten oder Giraffen.
Räumlichkeit
In den vergangenen Jahren lässt sich vermehrt das Phänomen der dreidimensionalen Darstellung von Logos beobachten. Geschuldet ist dieser Trend den Weiterentwicklungen in den Bereichen digitales Grafikdesign, Drucktechnologie und Bildschirmdarstellung. Mit der Übersetzung in die dritte Dimension erhöht sich die Komplexität Ihres Logos. Es wirkt ausgefeilter und hochwertiger. Allerdings kann es beim Drucken immer noch zu Schwierigkeiten kommen, z. B. auf Textilien.
Durch Schatten und Farbverläufe kann eine 3-dimensionale Wirkung erzeugt werden. Audi hat diese sogar kürzlich überarbeitet und verbessert.
Geheimnis #7: Ihr Logodesign sollte auffällig und einprägsam sein.
Die Geheimnisse erfolgreichen Logo-Designs – Teil6
Das zweitwichtigste Gestaltungsmittel ist die Schrift für Ihr Logo. Man spricht von Typografie. Diese beschreibt das Schriftbild in seiner Gesamtheit. Gestaltungsmittel sind u. a. Schriftart, Buchstaben- und Wortabstände, Zeilenabstand, Schriftgröße oder Schriftschnitte wie fett und kursiv.
Für längere Texte muss nicht die Logoschrift verwendet werden. Seien Sie experimentierfreudig und verwenden Sie ungewöhnliche Varianten. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Logo lesbar ist. Funktionalität kommt vor Design!
Hier handelt es sich um zwei netteLogoideen. Dies nützt allerdings nichts, wenn man nicht erkennt, dass es sich um „Play“ bzw. "365 Design“ handelt:

Die Typografie ist ein mächtiges Marketinginstrument, das sowohl emotionale Ansprache ermöglicht als auch Aufmerksamkeit schafft. Jede Schrift weist eine spezifische Erscheinungsform auf, die sie z. B. schwer, ruhig und antik oder leicht, elegant und modern wirken lässt.
Sie sollten bei der Wahl Ihrer Logoschrift darauf achten, dass der Schriftcharakter zur Ausrichtung des Unternehmens passt.
Die Wahl Ihrer Schrift ist keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern sollte sich an der Unternehmensidentität orientieren. Eine unpassende Schrift zerstört die Botschaft. Ein trendiger Sportladen sollte nicht mit einer geschwungenen, antiken Schriftart werben. Zu einem Landgasthof dagegen passt keine technische Schrift. Zu einem Discountmarkt eignet sich eher eine fette als eine kursive Schrift.
Die wichtigste Entscheidung bei der Schriftgestaltung ist die Wahl der Schriftart (engl. font). Diese teilt man generell in zwei Gruppen ein:
Schriften mit Serifen (Antiqua) und Schriften ohne Serifen (Grotesk). Als Serifen bezeichnet man die Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende quer zu seiner Grundrichtung abschließen. Sie verbessern die Lesbarkeit gedruckter Texte. Auf Bildschirmen werden serifenlose Schriften bevorzugt, da Serifen bei kleinen Schriftgrößen nicht sauber dargestellt werden können.
Tipp!
Sie sollten maximal zwei verschiedene Schriftarten in Ihrem Logo verwenden, da es sonst zu überladen und unruhig wirkt. Unkonventionelle Schreibweisen oder Satzarten bieten außerdem noch weitere Unterscheidungsmerkmale.
Auch durch Machart und Materialität kann man einer Schrift einen bestimmten Charakter verleihen. Man kann sie aus Stein meißeln, mit dem Federkiel schreiben, mit dem Pinsel malen, mit Schablonen oder Stempeln aufbringen usw.
Über die Simulation des Schreibwerkzeuges kann auch ein inhaltlicher Bezug zu Ihrem Unternehmen hergestellt werden.
Neben Ihrer Logoschriftart ist es es sinnvoll, sich auch für längere Texte (Schriftwechsel, Werbeplakate, Website etc.) auf 1–2 Wchriftarten festzulegen und diese beizubehalten.
Wählen Sie eine passende Schrift, um Ihre Botschaft glaubhaft zu vermitteln.
Professionelle Logogestaltung vs. Logoerstellung von der Stange?
Logoentwicklung durch die Profis – Luxus oder elementarer Bestandteil meines Unternehmertums?
Oft werden wir gefragt, warum wir soviel Wert auf eine professionelle Logoerstellung legen und ob es nicht reicht, auch einen Anbieter zu wählen, der eine vermeintlich ähnliche Dienstleistung schon für 50 € oder 100 € anbietet.
Die Antwort liegt auf der Hand und kann sich eigentlich jeder selbst beantworten. Sie müssen sich überlegen, was Sie mit der Logoentwicklung bezwecken wollen. Soll das Logo z. B. für einen Geburtstag oder einen einmaligen privaten Event sein, sprich es soll nur eine kleine Gruppe von Personen gefallen, dann reicht mit Sicherheit die günstigere Variante. Soll das Logo aber Ihr Unternehmen oder Ihren Verein repräsentieren, wollen Sie damit Kunden, Sponsoren, Investoren ansprechen, dann ist es von immenser Bedeutung, dass das Logo nicht nur hübsch aussieht, sondern auch Ihre spezielle Zielgruppe anspricht und mit den Werten für die Ihre Institution steht, aufgeladen ist.
Ganz besonders wichtig ist, dass man sich hier mit den Grundfragen des Marketings beschäftigt, sprich:
- Wen will ich ansprechen?
- Was will ich aussagen?
- Wer ist mein Wettbewerb und wie kann ich mich von diesem abheben?
- Welche Alleinstellungsmerkmale (sog. USP’s) besitze ich und wie kann ich diese transportieren?
Diese Liste lässt sich noch beliebig lange fortsetzen, aber Sie merken schon, mit dem ausfüllen eines Kontaktformulars und dem Äußern Ihrer groben Wünsche (falls vorhanden) ist es nicht getan.
Sie brauchen einen Profi, der sowohl etwas von professionellem Logodesign versteht, der aber auch in den Fragen des Marketing geschult ist. Und dieser Profi muss bereit sein, sich auf Sie einzulassen, Ihnen zuzuhören und zu verstehen, worum es Ihnen bei Ihrer Unternehmensgründung und Ihrem Firmenlogo tatsächlich geht. Es muss für Sie erreichbar sein.
Nur so ist es möglich, eben nicht nur ein schönes Bild zu malen, das man sich gerne an die Wand hängt (seien wir ehrlich, das kann ein talentiertes Kleinkind auch), sondern ein Logo, ein Firmenzeichen, welches Sie und Ihr Unternehmen repräsentiert. Ein Logo, auf welches Sie stolz sein können, welches aber auch, und das ist vielleicht noch wichtiger, Ihre Kunden, Ihre Interessenten anspricht und diesen den Eindruck vermittelt: „Hier habe ich es wirklich mit einem professionellem Unternehmen zu tun, hier bin ich in guten Händen!“
So werden Sie Erfolg haben und so beantwortet sich auch die Eingangsfrage:
Ja, es ist sehr wichtig, sich bei Ihrem äußeren Aussehen an einen Profi zu wenden und sich von diesem beraten und durch das Projekt Logoerstellung führen zu lassen. Oder würden Sie sich von mir die Haare schneiden lassen?
P.S.: Ein absolutes NoGo ist, sich selbst an Ihrem Logo zu versuchen. Nichts wirkt unprofessioneller, als ein in einem Textprogramm gestaltetes Logo mit einem Standard-ClipArt. Eine unprofessionellere Art sein Unternehmen zu repräsentieren gibt es wohl nicht.











