Berühmte Marken – und ihre Geschichte
Teil 1
Ferrari vs. Porsche
Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wieso zwei der berühmtesten Sportwagen-Marken das annähernd gleiche Pferd im Markenzeichen führen? Nun, vielleicht denken Sie, dass es sich um Zufall handelt, schließlich sind Tiermotive auch in vielen Logos anderer Hersteller zu finden.
Tatsächlich gibt es jedoch eine Legende, nach der sowohl Ferrari als auch Porsche ihr schwarzes Pferd auf gelbem Grund aus derselben gemeinsamen Quelle entnommen haben.
Etwa seit dem 15. Jahrhundert ist das stolze Pferd das zentrale Element des Stuttgarter Stadtwappens. Die Grundfarbe Gelb kam erst später dazu. Dieses heimische Stadtwappen ließ sich ein schwäbischer Luftwaffenoffizier des 1. Weltkrieges auf sein Jagdflugzeug pinseln. Nach dem Abschuss dieser Maschine in einem Luftkampf soll das italienische Fliegerass Francesco Baracca ein Trümmerteil mit dem gemalten Wappen als Trophäe behalten haben, vielleicht weil er selbst ein Pferd als Wappen auf seiner Maschine trug. Baraccas Pferd war im Gegensatz zum Stuttgarter Pferd rot auf weißem Grund und der Schweif zeigte nach unten.
Von dem Symbol des Fliegerasses Baracca ließ sich dann angeblich Enzo Ferrari durch ein Zusammentreffen mit der Mutter des italienischen Nationalhelden im Rahmen eines Autorennens im Jahr 1923 bei der Gestaltung seines eigenen Firmenlogos inspirieren. Interessanterweise war Ferraris Pferd dann jedoch schwarz auf gelbem Grund und auch der Schwanz zeigte nach oben, genau wie beim Stuttgarter Stadtwappen. Ab 1929 wurde das „Cavallino Rampante“ dann das offizielle Firmenzeichen.
Erst im Jahr 1952 beauftragte Ferry Porsche in Stuttgart seinen Ingenieur Erwin Komenda mit dem Entwurf eines Firmenlogos. Gefordert hatte dies Max Hoffmann, der als Importeur für den amerikanischen Markt der Meinung war, dass die fantastischen Autos ein schmuckes Markenzeichen verdient hätten. Als Ausdruck der Heimatverbundenheit führte man hierfür das Landeswappen Baden-Württembergs und das Stadtwappen unter dem Schriftzug „Porsche“ zusammen. Das gestaltete Logo wurde nach Abklärung der Rechte ab 1953 auf dem Lenkrad und später auch auf der Fronthaube der Fahrzeuge aus Zuffenhausen eingesetzt.
Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass im Ferrari-Logo die Buchstaben S und F zu finden sind. F steht für „Ferrari“, das S steht für „Scuderia“, also Rennstall oder Gestüt. Bei Porsche ist der Standort „Stuttgart“ im Logo integriert. Der Name der Stadt leitet sich ebenfalls von der altdeutschen Bezeichnung für Gestüt (Stuten-Garten) ab.
Ganz egal, wie nun letztendlich die Zusammenhänge der beiden Firmenlogos tatsächlich sind, eines ist sicher: Porsche und Ferrari gehören zu den Marken, deren Wert heute in etlichen Millionen Euro beziffert werden kann.



